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Schneebesen und Küchenmaschine

(ein Sketch)

20-22.04.2012

Handelnde Personen:

  • ein kleiner Schneebesen
  • eine große Küchenmaschine

 

Schneebesen: Oh, du bist so groß und mächtig,

Und du arbeitest so tüchtig

Ohne  Strom und ohne Rast!

Groß die Macht ist, die du hast!

Und ich bin gar nicht so schön,

hab kein Podest, hab kein Thron

Bin so klein und so unwichtig,

meine Rolle ist so nichtig,

Muss noch wachsen viele Jahr`,

bis ich groß bin ganz und gar…

Könnt` ich jetzt so sein wie du!

Möcht`vergessen ich die Ruh`,

Bräucht`ich Arbeit bis zum Hals!

Würd` ich zahlen jeden Preis!..

Küchenmaschine: Ach du Kleines, schweige mal!

Bist du groß, hast keine Wahl.

Wenn du groß bist, `ne Maschine,

dann vergehen dir die Sinne!

Musst dann schlagen,  rühren, kneten,

für die Lise, für den Peter,

für Besuch und für das Kind,

Tag und Nacht hast Sturm und Wind.

In der Küche bist du Kaiser…

Dann wird deine Stimme heiser,

bleibt im Hals der Atem stecken,

kannst die Glieder nicht mehr recken,

lässt die Hände in den Schoß,

wo blieb denn die Freude bloß?..

geht nicht mehr mit deiner Pflicht…

Und der Mensch?.. Der braucht dich nicht!

Nimmt er dich auf eine Reise,

bringt er dich zum alten Eisen…

Drum genieße was du hast,

leb`dein Leben ohne Hast,

kleines Leben ist auch gut,

Mach dein Tun und fass den Mut,

zu genießen jede Zeit.

Kannst du das, dann kommst du weit.

/Ende/

Alle Dichter haben Musen

***

Alle Dichter haben Musen.

Muse ist ein schönes Weib.

Jeder freut sich, wenn sie kommet,

wenn sie bleibt mit Seel` und Leib.

Muse braucht man für das Schaffen,

Muse bringt Inspiration.

Muse kommt, der Künstler schöpfet

Prosa, Verse, Bild und Ton.

Muse ist ja unentbehrlich.

Hier entsteht nun eine Mär:

Falls der Künstler weiblich weilet,

ob die Mus` nicht männlich wär`?

27.02.2006


Schaf und Vogel

(eine Fabel)

Schaf: Könnt` ich fliegen…

Vogel: Könnt` ich weiden…

Schaf: … hoch im Himmel!..

Vogel: … auf der Heide!..

Schaf: Ach, wie göttlich!..

Vogel: Ach, wie herrlich!..

Schaf: Dieses Dasein…

Vogel: … so vergänglich…

 

Himmel, Erde…

Deines, meines…

Was bleibt jedem?

Nur das Seine.

                                   20-22.04.2012

Von dem Fischer und seiner Frau

       

         (ein Märchen)

 gedichtet am 20-25. November 2007

In der alten alten Zeit

liegt die See weit und breit,

öde liegt das Meeresland –

Himmel, Wolken, Wasser, Sand.

Sieh, zu Wasser ist ein Kahn

und im Kahn ein Fischermann.

Alle Tage fährt er hin,

das ist seines Lebens Sinn.

Und er angelt Tag und Nacht

ohne Sorge und Bedacht.

Und er segelt hin und her

kreuz und quer über das Meer.

Einmal sitzt er so im Kahn,

eine Angel in der Hand.

Geht die Angel auf den Grund,

in des Meeres tiefen Schlund,

zieht er schnell die Angel raus,

und … es springt ein Butt hinaus!

Langsam kommt er an den Kahn,

und der Fischer streckt die Hand

nach dem Butte, will ihn fangen.

Plötzlich wird`s dem Fischer bange –

flutschend, zappelend kalt und feucht

spricht der Butt im reinsten Deutsch:

BUTT: hey, du braver Fischermann,

sei gesegnet nun dein Kahn!

Du hast mich herausgezogen

aus des Meeres grünen Wogen,

lass mich schwimmen, lass mich los,

denn ich bin ein Wunder bloß,

denn ich bin ein schöner Prinz

aus der südlichen Provinz,

hab getrunken falschen Punsch –

für drei Jahr bin ich verwünscht,

Und dann fällt das Zauberwort.

und bisweilen schwimm ich so

in der jetzigen Gestalt

als ein Butt, so feucht und kalt.

Deshalb lass mich bitte frei,

lass mich schwimmen …

FISCHER:  Ei, ei, ei, –

So ein Wunder kenn ich nicht,

welch ein Butt, der auch mal spricht!

Leben soll ein solcher Butt,

so die Sache recht und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Hör mal, Frau, was ich sag!

Heute ist ein festlich Tag!

Glaub mir, Frau, ich, dein Mann,

angle ruhig in dem Kahn,

Geht die Angel auf den Grund,

in des Meeres tiefen Schlund,

zieh ich schnell die Angel raus,

und … es springt ein Butt hinaus!

Langsam kommt er an den Kahn,

und ich strecke meine Hand

nach dem Butte, will ihn fangen.

Plötzlich wird es mir so bange –

flutschend, zappelend kalt und feucht

spricht der Butt im reinsten Deutsch,

nennt mich einen Fischermann,

segnet meinen alten Kahn,

sagt, ich hab ihn rausgezogen

aus des Meeres grünen Wogen,

wollte schwimmen, wollte los,

denn er ist ein Wunder bloß,

denn er ist ein schöner Prinz

aus der südlichen Provinz,

hat getrunken falschen Punsch –

für drei Jahr ist er verwünscht,

Und dann fällt das Zauberwort.

und bisweilen schwimmt er so

in der jetzigen Gestalt

als ein Butt, so feucht und kalt.

deshalb ließ ich ihn auch frei!

 

sagt die Frau: Ei, ei, ei

du bist … oh! du bist so dumm

schau dich doch einmal herum,

wie wir leben Tag und Nacht

das ist doch nicht angebracht.

Wenn man etwas Gutes tut,

man bekommt zurück das Gut.

Das ist doch ein Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut!

der erfüllt uns jede Bitte,

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

soll er helfen uns heraus –

soll er schenken uns ein Haus!

Denkt der Mann: O je, o je!

bin ich dumm und weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Na gut, na gut…

soll bekommen sie das Gut,

denn sie ist doch meine Frau,

und ihr Leben ist so flau.

Bleib ich, macht sie mir Garaus,

soll bekommen sie das Haus!

Und der Fischer gehet fort,

Spricht der Fischer folgend Wort:

Butti, Butti, schwimm heran,

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn deine Frau?

FISCHER: Was? ein Haus!

BUTT: Sie hat es, schau!

FISCHER: Danke, danke, großer Butt!

Du bist ja so lieb und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Schau mal, Frau, du hast das Haus!

Und zufrieden siehst du aus!

Hast den Haushalt, Hühner, Kühe…

FRAU: Oh, mein Mann, es kostet Mühe

solchen Haushalt gut zu pflegen…

Könnten wir ein Wünschlein hegen,

wie der Adel mal zu sein,

sorgenlos, so frei und fein!

FISCHER: He, was sagest du, mein Weib!

Du hast Butter, du hast Laib!

Du hast Hühner, du hast Ziegen!

FRAU: Ach, ich träumt` noch in der Wiege

von dem riesengroßen Schloß…

Weisst du, Mann, ich wünsch` mir bloß,

so ein Schloß … na gut, so klein…

und da wohnten wir so fein!…

geh nochmal zum Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut!

der erfüllt uns jede Bitte

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

will er helfen, hilft er bloß –

soll er schenken uns ein Schloß!

 

Denkt der Mann: O je, o je!

bin ich dumm und weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Na gut, na gut…

soll bekommen sie das Gut,

denn sie ist doch meine Frau,

und ihr Leben ist so flau.

Nochmals spiel ich guten Boss,

soll bekommen sie das Schloß!

Und der Fischer gehet fort

Spricht der Fischer folgend Wort

Butti, Butti, schwimm heran

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn deine Frau?

FISCHER: Was? ein Schloß!

BUTT: Sie hat es, schau!

FISCHER: Danke, danke, großer Butt!

Du bist ja so lieb und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Schau mal, Frau, du hast das Schloß!

Ist nun deine Freude groß?

Du hast Türme, viel Gemach,

Knechte, Diener unter Dach…

FRAU: Oh, mein Mann, es ist nicht leicht,

zu regieren dieses Reich,

ist das ganze riesengroß,

ich muss denken pausenlos…

muss befehlen, was und wie,

meine Ruhe hab ich nie.

Weisst du, Mann, ich wünsch mir nur,

eine mächtige Figur

spielen für das ganze Land,

und zur Hand

würden mir Minister kommen,

ihren Rat heiss ich willkommen,

brauche nicht mehr selbst zu denken,

wie die Wirtschaft ist zu lenken,

Wär mein Leben wie ein` Mär…

Ach, wenn ich nur König wär!

Geh nochmal zum Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut!

der erfüllt uns jede Bitte,

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

will er helfen, hilft er fein –

denn ich will nun König sein!

 

Denkt der Mann: O je, o je!

Bin ich dumm und weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Na gut, na gut…

soll bekommen sie das Gut,

denn sie ist doch meine Frau,

und ihr Leben ist so flau…

Schluckt der Butt mit Lust den Honig,

macht er auch mein Weib zum König!

Und der Fischer gehet fort,

Spricht der Fischer folgend Wort:

Butti, Butti, schwimm heran,

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn deine Frau?

FISCHER: König sein!

BUTT: Sie ist es, schau!

FISCHER: Danke, danke, großer Butt!

Du bist ja so lieb und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Schau mal, Frau, nun bist du König!

Ist das ja doch schön und wonnig!

Hast den Szepter, hast die Krone,

schwimmst du nun in eitel Wonne…

FRAU: Ach, mein Mann, es ist kein Spiel

und regieren muss ich viel,

und entscheiden Tag und Nacht,

und beschließen, was wonach,

und bestimmen und befehlen…

Was die anderen verhehlen,

muss ans Licht ich immer holen…

Oh, so schwer ist meine Rolle!

Hätt ich im voraus gewußt,

was nun fällt auf meine Brust,

hätt ich anders es entschieden,

um mein Glück mal recht zu schmieden…

Wenn ich jetzt mir recht bedenk,

wer das Königleben lenkt,

der ist höher, der lebt gut,

der hat Ruh und Lebensmut…

Weisst du, Mann, ich wünsch mir mal,

dass ich sitz im großen Saal

auf dem ellenhohen Thron,

Perlen schimmern in der Kron`,

Und vor meinem Antlitzgroll

Bebt der König sorgenvoll…

Wär mein Leben wundeschön,

wär ich auf dem Kaiserthron!!!

Geh nochmal zum Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut!

der erfüllt uns jede Bitte,

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

will er helfen, hilft er fein –

denn ich will nun Kaiser sein!

 

Denkt der Mann: O je, o je!

Bin ich dumm und weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Na gut, na gut,

soll bekommen sie das Gut,

denn sie ist doch meine Frau,

und ihr Leben ist so flau…

Ist das doch kein reiner Hohn,

bringt Butt ihr die Kaiserkron`!

 

Und der Fischer gehet fort,

Spricht der Fischer folgend Wort

Butti, Butti, schwimm heran,

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn deine Frau?

FISCHER: Kaiser sein!

BUTT: Sie ist es, schau!

FISCHER: Danke, danke, großer Butt!

Du bist ja so lieb und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Schau mal, Frau, nun bist du Kaiser!

du bist so gescheit und weise,

du regierst das ganze Reich,

du bist der Sonne gleich!

FRAU: Oh, mein Mann, hätt ich gedacht,

was mir bringet diese Macht…

Kaiser sein ist gar nicht leicht,

viel zu weit ist Kaiserreich.

Das macht so viel Müh und Qual

und ich bin so bleich, so fahl,

immer denken, denken, denken

wie mein Kaiserreich zu lenken,

welchem Könige was sagen…

Kann ich nimmer das ertragen!

Jeder kommt und jeder spricht,

jeder schaut mir ins Gesicht,

jeder wartet, was ich sag,

ist zu kurz für Bitten Tag,

jeder hofft auf meine Gnade…

dieses Leben ist mir fade,

keine Ruh um keine Zeit,

lauter Bitten weit und breit…

Wenn ich es mir recht bedenk,

wär für mich ein schön Geschenk,

abgeschieden von der Welt,

von dem Alltag, Mensch und Geld

in der Kirche ruhig beten,

was Abstraktes geistig kneten,

und so hätt ich meine Ruh

und mein Tagesglück dazu.

Weisst du, Mann, ich wünsch mir schlicht

sein das großte Kirchenlicht,

und beleuchten Geistes Reich,

mir anhören Menschenbeicht`.

Oh, ich wäre wünschensatt,

hätte ich das Papstformat!

Geh nochmal zum Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut,

der erfüllt uns jede Bitte,

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

Geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

will er helfen, hilft er fein –

denn ich will nun Päpstin sein!

 

Denkt der Mann: O je, o je!

Bin ich dumm und weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Na gut, na gut,

soll bekommen sie das Gut,

denn sie ist doch meine Frau,

und ihr Leben ist so flau…

wird das Weib doch endlich satt,

wenn sie doch das Papstum hat!

Und der Fischer gehet fort,

Spricht der Fischer folgend Wort:

Butti, Butti, schwimm heran,

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn deine Frau?

FISCHER: Päpstin sein!

BUTT: Sie ist es, schau!

FISCHER: Danke, danke, großer Butt!

Du bist ja so lieb und gut!

Nun der Fischer kehrt nach Haus,

kommt zu ihm die Frau heraus.

FISCHER: Schau mal, Frau, nun bist du Papst,

du bist würdig und du labst

dich nun an der Gottesspeis`.

Jeder singt dir Dank und Preis!

Und zu deinem rechten Fuß

kommen Kaiser mit dem Kuss.

FRAU: Oh, mein Mann, hätt ich gedacht,

Was der Posten hätt gebracht,

würde ich um keinen Preis

mich ernähren von der Speis…

Ich bin nicht genug selbstlos,

und es ist ein hartes Los,

Vater sein für jedermann:

jeder kommt mit seinem Wahn,

und erzählt, erzählt, erzählt,

wie er lebt und was ihn quält,

wie er sündigt Tag und Nacht,

wie er steht in Teufels Macht,

wie mit allen seinen Ahnen

hat er Angst vor Höllenflammen…

Und ich muss Entscheidung hegen,

welche Buße anzulegen,

was bestrafen und womit,

dass die Seele bleibet fit

und der Körper ist auch heil…

Find ich das kein tolles Teil!

Wenn ich es mir überleg,

wüßt` ich nun den bess`ren Weg

zu dem künftig` Seligsein,

zum Vermeiden aller Pein.

Geh nochmal zum Zauberbutt,

der macht alle Wünsche gut!

Der erfüllt uns jede Bitte,

steht uns bei bei Schritt und Tritte.

geh nun hin und sag ihm doch:

Leben ist ein dunkles Loch,

geh zum Butt, sag ihm mein Wort,

will ich werden lieber Gott!

Denkt der Mann: O je, o je!

Ist sie töricht… weh mir, weh!

 

Sagt der Mann: Nicht gut, nicht gut

endet dieses Sagengut!

Wenn ich bleib, hab ich den Stress,

sie poliert mir bloß die Fress`.

Wenn ich gehe dieses Mal,

habe ich Gewissensqual…

Jedenfalls ist es nicht gut!

Soll entscheiden doch der Butt,

Der ist weise und gescheit!

Es siege die Gerechtigkeit!

 

Und der Fischer gehet fort,

Spricht der Fischer folgend Wort:

Butti, Butti, schwimm heran,

Rufet dich der Fischermann!

Butti, Butti, komm geschwind,

Frau ist von Wünschen blind!

Kommt der Butt herangeschwommen:

BUTT: Ha, ich hab den Ruf vernommen,

Na, was will denn noch dein Weib?

FISCHER: Großer Butt, in ihrem Leib

lodern wilde, böse Triebe.

BUTT: Nicht dem Weib handl` ich zuliebe.

FISCHER: Wie, o Herrscher, was du sprichst?

BUTT: Sah ich bloß, dass dein Gesicht

ist so schlicht und tugendreich,

und so fromm und klar zugleich.

Wollt´ ich nur…

FISCHER: Oh Herrscher mein!

bin nicht würdig, da zu sein!..

BUTT: …Doch, wie seh ich es bescheid,

Du bist … Tja, das tut mir leid.

Nun genug des Redens!

                    FISCHER: Wart`!

BUTT: Ich bin schon der Sache satt.

So leb wohl!

FISCHER: O je, o je!

Bin ich dumm und weh mir, weh!

Weggeschwommen ist der Butt,

sieht man deutlich blaues Blut

in der Haltung und im Wort…

Großer Butt!.. nun ist er fort.

Geh ich lieber auch nach Haus,

macht das Bleiben nicht viel aus.

Nun der Fischer kommt daheim,

schaut …. und schlottert im Gebein.

denn vor ihm ist nun sein Weib.

Redet sie: Mein Seel und Leib!

bin ich weder Papst noch König,

habe weder Haus noch Honig.

Schmachte nicht mehr nach dem Glück.

Wollte bloß, du wärst zurück,

denn ich lieb dich treu und heiss!

Denkt der Mann: Oh, Gott sei Preis!

Schwimmt herbei der Zauberbutt:

Ende gut und alles gut!

 /Ende/

Nachbarinnenklatsch

Nachbarinnenklatsch

/ein Sketch/

 

 (Zwei Nachbarinnen treffen sich auf der Straße)

Frau Meier: Tag, Frau Bartels!

Frau Bartels: Tag, Frau Meier!

Frau Meier: Na, wie geht`s, ist heut die Feier?

Kommt der Sohn mit seiner Frau?

Kommt der Michel aus Breslau?

Frau Bartels: Ja, mein Sohn, der ist schon hier,

doch die Lise ist in Trier.

Die hat wieder keine Zeit.

Frau Meier: Ach, das ist wohl nicht gescheit,

die versteht nicht viel vom Leben!

Frau Bartels: Ach, Frau Meier, sagt` ich eben…

Frau Meier: Und der Michel?

Frau Bartels: Kommt gewiss.

Hat seit kurzem neu`s Gebiss!

Frau Meier: Was? Wieso?

Frau Bartels: Die Zähne halt!

Hatte er doch einen Spalt

zwischen beiden Vorderzähnen.

Hat geweint er bitter` Tränen,

hat gezahlt wie ein Baron,

und die Zähne hat er schon.

Frau Meier: Ach, was sagst!

Frau Bartels: Naja, so was.

Frau Meier: Ist er fesch, der alte Has`?

Frau Bartels: Kann man sagen, ist nicht schlecht.

Frau Meier: Wenn ich komm dann, ist dir recht?

Frau Bartels: Von mir aus, komm gern vorbei.

Frau Meier: Wann geht`s los?

Frau Bartels: So was um drei.

Frau Meier: Gut, ok, dann geh ich halt.

So, mach`s gut! Man sieht sich bald!

(Frau Meier geht ab)

 

( Frau Bartels allein)

Frau Bartels: Ach, die Meier, alte Hex`!

Hat im Kopf nur ein`n Reflex…

Schöne Augen, kurze Reden…

So ein Weib wie aus dem Eden!

Sie verführt den Mann im Nu!

Ist gescheit wie eine Kuh…

Na, was soll`s?.. Ich gönn` es ihr.

Klappt es nicht, dann lachen wir!

 (Ende)